- Cinciripini PM, Kypriotakis G, Blalock JA, et al. Survival Outcomes of an Early Intervention Smoking Cessation Treatment After a Cancer Diagnosis. JAMA Oncol. 2024;10(12):1689–1696. doi:10.1001/jamaoncol.2024.4890
In die prospektive Kohortenstudie wurden 4.526 rauchende Krebspatienten eingeschlossen, die zwischen 2006 und 2022 am „Tobacco Research and Treatment Program (TRTP)“ teilnahmen. Die häufigsten Krebserkrankungen in der untersuchten Patientengruppe waren Brustkrebs (17,5 %), Lungenkrebs (17,3 %), Kopf-Hals-Tumore (13,0 %) und hämatologische Krebserkrankungen (8,3 %).
Das spezielle Raucherentwöhnungsprogramm des MD Anderson Cancer Center kombinierte sechs bis acht individuelle Beratungssitzungen mit einer 10 bis 12-wöchigen pharmakologischen Therapie. Diese bestand aus Nikotinersatztherapie, Bupropion und Vareniclin, die einzeln oder in Kombination verabreicht wurden.
Personen, die innerhalb von sechs Monaten nach der Diagnose mit dem Programm begannen und erfolgreich abstinent blieben, hatten eine signifikant bessere Überlebensrate als diejenigen, die weiter rauchten.
Zudem zeigen die Ergebnisse der Studie deutlich, dass der Zeitpunkt des Rauchstopps eine entscheidende Rolle spielt. Ein früher Rauchstopp nach der Krebsdiagnose zahlt sich besonders aus: Personen, die innerhalb von sechs Monaten aufhörten, lebten im Median 1,8 Jahre länger. Ein späterer Einstieg in das Entwöhnungsprogramm – zwischen sechs Monaten und fünf Jahren nach der Diagnose – brachte ebenfalls Vorteile, die jedoch weniger stark ausgeprägt waren.
Die Ergebnisse dieser Studie verdeutlichen, wie essentiell ein frühzeitiger Rauchstopp für Krebspatienten ist, unabhängig von der Art der Krebserkrankung. Die Forscher betonen, dass ein Nikotinentwöhnungsprogramm als integraler Bestandteil der Krebstherapie betrachtet werden sollte. Das Beenden des Nikotinabusus könnte bei den Betroffenen nicht nur das Sterblichkeitsrisiko deutlich senken, sondern auch die Effektivität der Krebstherapie selbst verbessern und so den langfristigen Behandlungserfolg fördern.