Tiefenhirnstimulation verlangsamt Parkinson Progression Logo of esanum https://www.esanum.de

Tiefenhirnstimulation verlangsamt Parkinson Progression

Bisher gibt es kein Heilmittel für Parkinson und erhältliche Medikamente können bisher nur die Symptome lindern. Eine neue Studie hat nun aber herausgefunden, dass Tiefenhirnstimulation das Fortschreiten des Tremors verlangsamen kann.

Neue Studie könnte Behandlungsansatz verändern 

Bisher gibt es kein Heilmittel für Parkinson und erhältliche Medikamente können bisher nur die Symptome lindern. Eine neue Studie hat nun aber herausgefunden, dass Tiefenhirnstimulation das Fortschreiten des Tremors verlangsamen kann.

Parkinson ist eine neurodegenerative Erkrankung, an der rund 500.000 Menschen in den Vereinigten Staaten erkrankt sind. Da die Krankheit hauptsächlich ältere Erwachsene betrifft, ist es wahrscheinlich, dass die Anzahl betroffener Menschen mit dem Älterwerden der Bevölkerung weiter steigt. Die Krankheit wird durch einen Verlust von Neuronen in einem Hirnbereich namens Substantia nigra verursacht. Der Zellverlust in diesem Bereich führt zu einer Senkung der Dopaminwerte und einer Reihe von Symptomen. Eines der häufigsten Parkinsonsymptome ist der Tremor, der meist in den Händen beginnt und sich mit Fortschreiten der Krankheit verschlimmert.

Einige Medikamente schränken den Tremor ein, so wie es auch die Tiefenhirnstimulation (DBS) macht. Elektrodendrähte werden ins Gehirn eingeführt und mit einem Gerät, das einem Schrittmacher, der unter die Haut im Brustbereich implantiert wird, ähnelt, verbunden. DBS stimuliert das Gehirn hoch-frequentativ, was das Zittern verringert. Dies funktioniert nicht bei jedem Patienten und bedeutet keine Heilung, doch bei einigen Patienten führt es zur Erhöhung der Lebensqualität. Ein DBS-Versuch im Jahr 2006 umfasste eine Probandengruppe mit einem frühen Stadium von Parkinson. Dies wurde kontrovers diskutiert, da DBS als letztmögliche Behandlung angesehen wurde, die nur dann zur Anwendung kommen sollte, wenn die Symptome eines Patienten nicht mehr auf Medikamente reagierten. Die Studie wurde am Vanderbilt University Medical Center in Nashville durchgeführt und die Ergebnisse wurden in dem Journal Neurology veröffentlicht.

Erstaunliche Ergebnisse bei Anwendung von DBS in frühen Stadien

Die Ergebnisse haben das Potenzial, den medizinisch-wissenschaftlichen Ansatz für frühe Stadien von Parkinson zu verändern. Die Teilnehmer wurden in zwei Gruppen aufgeteilt. Die eine Gruppe erhielt DBS und Medikamente und die andere Gruppe nur Medikamente. Die Forscher stellten fest, dass die Probanden, die nur Medikamente bekamen, im Vergleich zu den zuätzlich mit DBS behandelten Probanden eine siebenmal höhere Wahrscheinlichkeit hatten, in den folgenden zwei Jahren einen neuen Ruhetremor zu entwickeln. 86 Prozent der Medikamenten-Gruppe entwickelten einen Tremor in Gliedmaßen, die zu Beginn nicht betroffen waren, was nur bei 46 Prozent der DBS-Gruppe der Fall war. Außerdem verbessert sich von vier DBS-Patienten der Tremor und bei einem Patienten verschwand der Tremor sogar vollständig.

"Das Ergebnis in Bezug auf die Tremor-Progression ist außergewöhnlich. Es deutet an, dass bei Anwendung von DBS im Anfangsstadium von Parkinson, das Fortschreiten des Tremors verlangsamt werden könnte, was bemerkenswert ist, da es keine Behandlung für Parkinson gibt, die nachweislich das Fortschreiten irgendeines Bestandteils der Krankheit verlangsamt", sagt Seniorautor der Studie Dr. David Charles. Bestärkt durch diese positiven Ergebnisse, hat die Food and Drug Administration (FDA) eine deutlich größere Phase-III-Multicenter-Studie geplant. Sie hoffen, dass diese Studie 280 Menschen mit frühen Stadien von Parkinson umfassen wird. Dr. Charles ist gespannt auf die Zukunft der Parkinson Forschung, mahnt jedoch auch zur Vorsicht: "Der Bereich der DBS-Therapie für Parkinson bewegt sich auf die früheren Stadien der Behandlung zu, weshalb wir die Schlüsselstudie durchführen müssen, um die Patientensicherheit zu gewährleisten und um die Parkinsongemeinschaft mit den bestmöglichen medizinischen Grundlagen auszustatten, um die Behandlung anzuleiten."