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Studie sieht immer mehr Adipositas unter Kindern im Südwesten

Die Gesundheit von Kindern und Jugendlichen wird durch Übergewicht zunehmend beeinträchtigt. Die negativen Auswirkungen sind gravierend.

Anzahl der übergewichtigen Kinder verdoppelt sich vom Kindergarten- zum Grundschulalter hin

Die Gesundheit von Kindern und Jugendlichen wird durch Übergewicht zunehmend beeinträchtigt. Die negativen Auswirkungen sind gravierend.

Kinder im Südwesten werden immer dicker. Das geht aus dem Fitnessbarometer 2020 der Kinderturnstiftung Baden-Württemberg hervor. Die Ergebnisse seien "dramatisch", mahnte der Studienautor, Prof. Klaus Bös vom Karlsruher Institut für Technologie. Adipositas schade der Gesundheit der Betroffenen sehr.

"Von den getesteten drei- bis zehnjährigen Kindern in Baden-Württemberg liegen 12,6 Prozent der Kinder über dem Normalgewicht, davon sind 5,2 Prozent adipös", sagte Bös. "Dabei verdoppelt sich die Anzahl der Kinder, die übergewichtig beziehungsweise adipös sind, vom Kindergarten- zum Grundschulalter." Für die Studie wurden in den vergangenen sieben Jahren knapp 23.000 Kinder von pädagogischen und Sportfachkräften getestet.

Kindliche Adipositas hat in den letzten Jahrzehnten stark zugenommen

Der Ludwigsburger Kinder- und Jugendarzt Thomas Kauth erklärte: "Kindliche Adipositas hat in den letzten Jahrzehnten stark zugenommen und gravierende negative gesundheitliche Auswirkungen." Bei den jüngeren Kindern komme es besonders zu psychosozialen Beeinträchtigungen; bei Jugendlichen zu Störungen des Zuckerstoffwechsels, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Erkrankungen des Bewegungsapparats.

Kauth rät übergewichtigen Kindern dazu, sich mehr zu bewegen und sich besser zu ernähren. Zudem forderte er Eltern dazu auf, möglichst frühzeitig zu intervenieren. "Kinder werden schon im Mutterleib durch eine Schwangerschaft mit viel Bewegung positiv geprägt und haben später ein geringeres Risiko, an Adipositas zu erkranken."

Der Sportwissenschaftler Alexander Kölle von der AOK Baden-Württemberg betonte die Bedeutung eines bewegungsfreundlichen Wohnumfelds mit gut ausgebauten Geh- und Fahrradwegen sowie Spielplätzen und kindgerechten Parks. Zudem forderte er Eltern dazu auf, "aktive, bewegungsbegeisterte Vorbilder" zu sein.