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Familiäre Amyloid-Polyneuropathie

Bei der familiären Amyloid-Polyneuropathie handelt es sich um eine, das sensomotorische wie auch das autonome Nervensystem betreffende, vererbte systemische, periphere Polyneuropathie. Die Krankheit tritt gewöhnlich in der dritten bis fünften Dekade auf, endemisch bedingt besonders häufig bei Menschen aus Portugal und Japan.

Die Erkrankung wird autosomal dominant vererbt, Mutationen im TTR- Gen am Genort 18q12.1 sind ursächlich. TTR, früher Präalbumin genannt, kodiert für das hauptsächlich von der Leber sezernierte Transportprotein Transthyretin.

Durch die genetischen Veränderungen kommt es zur abnormen Faltung dieses Proteins und der Ablagerung der fehlgefalteten fibrillären Proteine als Amyloide. Typischerweise besteht zu Beginn eine sensible langsam progrediente Neuropathie mit Verlust der Schmerz- und Temperaturwahrnehmung, Parästhesien und trophischen Läsionen der Füße.

Im Verlauf tritt die motorische Neuropathie hinzu. Bei manchen Patienten, besonders bei denen mit früh einsetzender Erkrankung, ist die autonome Neuropathie die erste Manifestation der Erkrankung. Befunde können sein: posturale Hypotonie, gastrointestinale Symptome, sexuelle Dysfunktion, Anhidrose, Harnverhalt oder Inkontinenz.

Je nach Art der Mutation treten neben der Polyneuropathie auch kardiale Symptome auf, meist in Form einer progressiven Kardiomyopathie. Patienten mit leptomeningealer Amyloidose können unter anderem unter folgenden ZNS-Befunden leiden: Demenz, Psychose, Krampfanfälle, motorische Paresen, Ataxie oder intrakranielle Blutung.

Da die Leber das Hauptorgan der Synthese von amyloidogenem Transthyretin ist, stellt die orthotope Lebertransplantation die einzig erfolgsversprechende Therapieoption dar.