Die Acid Sphingomyelinase Deficiency (ASMD) ist eine seltene lysosomale Speicherkrankheit aus der Gruppe der angeborenen Stoffwechselstörungen. Sie wurde früher als Morbus Niemann-Pick Typ A, A/B oder Typ B bezeichnet. Die Vererbung erfolgt autosomal-rezessiv.
Ursache der Erkrankung sind Mutationen im SMPD1-Gen, das für das lysosomale Enzym saure Sphingomyelinase (ASM) kodiert. Der Enzymdefekt führt zu einer verminderten Spaltung von Sphingomyelin. Infolge dessen kommt es zu einer Akkumulation von Sphingomyelin in Lysosomen zahlreicher Zelltypen. Dies führt zu einer progressiven Schädigung verschiedener Organe, insbesondere von Leber, Milz, Lunge und teilweise auch des zentralen Nervensystems.
ASMD gehört zu den ultra-seltenen Erkrankungen und verläuft je nach Subtyp sehr unterschiedlich. Das Krankheitsspektrum reicht von einer schweren, früh letalen neurodegenerativen Form im Säuglingsalter bis hin zu chronisch verlaufenden viszeralen Formen mit Manifestation im Kindes- oder Erwachsenenalter.
Die ASMD wird traditionell in drei klinische Formen unterteilt. Diese unterscheiden sich vor allem durch Schweregrad, Organbeteiligung und Erkrankungsbeginn.
Der Typ A stellt die schwerste Verlaufsform dar. Er manifestiert sich meist im Säuglingsalter und ist durch eine rasch fortschreitende neurodegenerative Erkrankung gekennzeichnet.
Typische frühe Befunde sind eine ausgeprägte Hepatosplenomegalie, Gedeihstörungen und neurologische Symptome. Im Verlauf kommt es zu einer progressiven psychomotorischen Regression, Hypotonie sowie interstitiellen Lungenerkrankungen. Ein charakteristischer ophthalmologischer Befund ist der sogenannte Cherry-red spot der Makula.
Die Erkrankung verläuft in der Regel rasch progredient und führt häufig innerhalb der ersten drei Lebensjahre zum Tod, meist infolge respiratorischer Komplikationen oder von Blutungen.
Diese Form stellt einen intermediären Phänotyp dar. Neben viszeralen Manifestationen können auch neurologische Symptome auftreten, allerdings mit deutlich langsamerer Progression als beim Typ A.
Die klinische Ausprägung ist heterogen. Betroffene Patienten entwickeln häufig Hepatosplenomegalie, pulmonale Beteiligung sowie variable neurologische Symptome. Viele Patienten erreichen das Kindes- oder frühe Erwachsenenalter und versterben häufig infolge pulmonaler oder hepatischer Komplikationen.
Der Typ B ist die häufigste und insgesamt mildeste Form. Die Erkrankung kann in jedem Alter auftreten, manifestiert sich jedoch meist im Kindesalter.
Im Vordergrund stehen viszerale Symptome, insbesondere eine Hepatosplenomegalie, pulmonale Beteiligung sowie hämatologische Auffälligkeiten wie Thrombozytopenie. Neurologische Symptome fehlen meist oder sind nur mild ausgeprägt. Weitere häufige Manifestationen sind Dyslipidämien, verzögerte Knochenmineralisation, Wachstumsstörungen sowie interstitielle Lungenerkrankungen. Viele Patienten erreichen das Erwachsenenalter, wobei der Krankheitsverlauf individuell sehr unterschiedlich sein kann.