- Maher TM et al. Nerandomilast in Patients with Progressive Pulmonary Fibrosis. N Engl J Med 2025; 392(22): 2203–14.
- Richeldi L et al. Nerandomilast in Patients with Idiopathic Pulmonary Fibrosis. N Engl J Med 2025; 392(22): 2193–202.
Nun hat ein neuer Wirkstoff für Aufsehen gesorgt. Der Phosphodiesterase(PDE)-4B-Hemmer Nerandomilast wurde in zwei aktuellen Phase-3-Studien untersucht:
In beiden Studien wurden die Patienten im Verhältnis 1:1:1 randomisiert und erhielten entweder Nerandomilast 9 mg, 18 mg oder Placebo – jeweils als Monotherapie oder in Kombination mit Nintedanib (in FIBRONEER-IPF zusätzlich mit Pirfenidon). Primärer Endpunkt war die Veränderung der forcierten Vitalkapazität (FVC) nach 52 Wochen.
Bei beiden Indikationen und in beiden Dosierungen führte Nerandomilast zu einem signifikant niedrigeren Abfall der FVC im Vergleich zu Placebo. Bei FIBRONEER-IPF betrug die mittlere Veränderung nach 52 Wochen −114,7 ml unter Nerandomilast 18 mg, −138,6 ml unter Nerandomilast 9 mg und −183,5 ml unter Placebo. Bei FIBRONEER-ILD sank die FVC um 98,6 ml in der 18-mg-Gruppe, um 84,6 ml in der 9-mg-Gruppe und um 165,8 ml in der Placebo-Gruppe.
Das Sicherheitsprofil war in beiden Studien mit dem von Placebo vergleichbar. Die häufigste Nebenwirkung war Diarrhoe, die überwiegend mild ausgeprägt war und auch in Kombination mit Nintedanib beherrschbar blieb. Schwerwiegende Nebenwirkungen traten dagegen selten auf.
Der PDE-4B-Inhibitor könnte somit das therapeutische Portfolio bei ILD weiter ausbauen. Vor allem Patienten, die die bereits verfügbaren antifibrotischen Wirkstoffe nicht vertragen oder nicht ausreichend darauf ansprechen, könnten von dem neuen Wirkmechanismus profitieren.
Bleibt die Herausforderung einer frühzeitigen und präzisen Diagnosestellung fibrosierender ILDs. Sie zu erkennen und richtig einzuordnen, ist der erste Schritt hin zu einer besseren Versorgung der Patienten mit wirksamen Substanzen, die den Krankheitsverlauf verlangsamen und die steigern können.