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Nach Lungenembolie: Was in der Nachsorge wichtig ist

Anhaltende Atemnot, unklare Therapiedauer, offene Fragen: Nach der akuten Phase einer Lungenembolie bleibt vieles zu klären. Eine britische Übersichtsarbeit liefert den passenden Algorithmus für die Praxis und regelt zudem die Dauer der Antikoagulation.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Der Leitfaden bündelt praxisrelevante Fragen aus Diagnostik, Therapie und Follow-up nach akuter Lungenembolie.
  • Anhaltende Atemnot ist häufig und muss differenziert eingeordnet werden; selten kann sich dahinter eine CTEPH verbergen. 
  • Die Antikoagulation sollte mindestens drei Monate dauern. Ob eine länger andauernde gerinnungshemmende Medikation angezeigt ist, richtet sich vor allem nach dem Auslöser der Embolie sowie nach Rezidiv- und Blutungsrisiko. 
  • DOAK sind in der Praxis meist die Mittel der Wahl, kommen aber nicht für alle Patienten infrage. 

Im Folgenden stehen einige besonders wichtige Punkte aus Diagnostik und Therapie im Vordergrund. Darüber hinaus greift die Publikation weitere alltagsrelevante Themen auf, etwa die Frage, wann eine erneute Beinvenensonographie sinnvoll ist, wann eine Abklärung auf Thrombophilie oder Malignität indiziert ist und was zu beachten ist, wenn zusätzlich – etwa aus kardioprotektiven Gründen – eine Plättchenhemmungstherapie erforderlich ist.

Diagnostik: Was tun, wenn Atemnot bleibt?

Etwa die Hälfte der Patienten leidet auch drei Monate nach einer Lungenembolie unter Dyspnoe. In der Praxis stellt sich dann die Frage, ob das noch zum erwartbaren Verlauf gehört oder ob gezielt weiter abgeklärt werden sollte. Ein wichtiger Hinweis der Autoren: Anhaltende Luftnot kann viele Ursachen haben. Dazu zählen bestehende Herz- oder Lungenerkrankungen, eine unvollständige körperliche Erholung oder auch Angst. Selten kann sich dahinter aber auch eine chronisch thromboembolische pulmonale Hypertonie, kurz CTEPH, verbergen – eine ernste Spätfolge der Lungenembolie, die nicht übersehen werden darf.

Die Autoren empfehlen in dieser Situation ein strukturiertes Vorgehen:

  • Zunächst sollte die klinische Situation genauer eingeordnet werden: Seit wann bestehen die Beschwerden, und passen sie zeitlich überhaupt zur Embolie? Gibt es Hinweise auf eine Lungenerkrankung oder eine kardiale Ursache?
  • Auch bekannte Begleiterkrankungen und Risikofaktoren für eine CTEPH sollten einbezogen werden. 
  • Darüber hinaus kann ein erneuter Blick auf die ursprüngliche Bildgebung hilfreich sein; beispielsweise können dilatierte Bronchialarterien im initialen CT auf eine bereits vorbestehende chronische thromboembolische Erkrankung hinweisen. 

Je nach Befund können weitere Untersuchungen folgen, etwa eine Echokardiographie oder eine Perfusionsbildgebung. 

Therapie: Wie lange und womit antikoagulieren? 

Grundsätzlich sollte eine akute Lungenembolie mindestens drei Monate mit Antikoagulanzien, in der Praxis meist mit direkten oralen Antikoagulanzien (DOAK), behandelt werden. Ist der auslösende Risikofaktor der Embolie danach nicht mehr vorhanden, kann ein Ende der Medikation erwogen werden. Bleibt der Risikofaktor bestehen oder lag kein klarer Auslöser vor, kommt eine längere Behandlung infrage. Für Apixaban und Rivaroxaban kann nach drei bis sechs Monaten eine reduzierte Erhaltungsdosis erwogen werden.

Bei Patienten mit wiederholten venösen Thromboembolien ohne klaren reversiblen Auslöser sprechen sich die Autoren für eine dauerhafte Antikoagulation aus. Fällt die Entscheidung auf eine langfristige oder lebenslange Antikoagulation, sollte diese regelmäßig neu geprüft werden; empfohlen wird eine jährliche Reevaluation.

Jedoch sind DOAK nicht für alle Patienten geeignet. Das gilt vor allem bei bestimmten Tumorerkrankungen, etwa gastrointestinalen, renalen oder zerebralen Malignomen, oder wenn eine systemische Tumortherapie mit relevanten Wechselwirkungen einhergehen könnte. Auch bei bekanntem Antiphospholipid-Syndrom sollte keine Therapie mit DOAK begonnen werden.

Fazit

Die Übersichtsarbeit bietet eine gut strukturierte und praxisnahe Orientierung für die Nachsorge nach akuter Lungenembolie. Sie greift zentrale Fragen aus Diagnostik, Therapie und Verlauf auf und übersetzt sie in konkrete Hinweise für den klinischen Alltag. Gerade die klare Einordnung persistierender Beschwerden und die differenzierte Steuerung der Antikoagulation machen die Publikation für die Praxis lesenswert. Damit liefert sie eine kompakte, gut nutzbare Entscheidungshilfe für den Alltag.

Quelle
  1. Alikhan R, Howard LS, Johnson M, Sweeney S, Kiely DG, Pepke-Zaba J. Practical guide to management after an acute pulmonary embolism. BMJ Open Respiratory Research. 2025;12:e003028. https://doi.org/10.1136/bmjresp-2024-003028.