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Atherosklerose-Risiko bei schwerem Asthma relevant erhöht

Persistierendes Asthma geht nicht nur mit erhöhten entzündlichen Biomarkern, sondern auch mit einer um 83% erhöhten Wahrscheinlichkeit für Carotisplaques einher.

Personen mit schwerem Asthma haben wohl ein höheres kardiovaskuläres Risiko 

Wahrscheinlichkeit für Carotisplaques bei Dauerasthma beinahe verdoppelt

In einer großen, multiethnischen Kohorte ging persistierendes Asthma, nicht aber intermittierendes Asthma, mit dem Vorhandensein von Plaques in den Halsschlagadern einher (Odds Ratio 1,83). Dieser Zusammenhang bestand nach Bereinigung der Analyse um potenzielle Störfaktoren, wie Alter, Geschlecht, Ethnizität, Gewicht, andere Erkrankungen, Dauermedikationen, Rauchen und inflammatorische Biomarker (Serumspiegel von CRP oder IL-6), was die Autoren als Indiz dafür werten, dass das erhöhte Risiko bei persistierendem Asthma wahrscheinlich multifaktoriell bedingt ist.

Die Daten stammen aus der MESA-Studie (Multi-Ethnic Study of Atherosclerosis). An dieser waren über 7.000 Erwachsene aus den USA beteiligt, bei denen zu Studienbeginn keine atherosklerotischen Herz-Kreislauf-Erkrankungen bekannt waren. In die aktuelle Auswertung gingen Daten von 5.029 Personen ein (Durchschnittsalter 62 Jahre, 53 % Frauen), bei denen kardiovaskuläre Risikofaktoren vorlagen und für die Carotisdoppler-Untersuchungsdaten zur Verfügung standen. 109 von ihnen litten an persistierendem Asthma (definiert als Asthma, welches tägliche Controller-Medikamente notwendig macht), 388 an intermittierendem Asthma und 4.532 hatten kein Asthma. Diejenigen mit persistierendem Asthma waren häufiger Frauen (70 % vs. 51,7 %), hatten einen höheren Body-Mass-Index (29,9 vs. 28,1 kg/m2) und einen höheren High-Density-Lipoprotein-Cholesterinspiegel (56,5 vs. 50,6 mg/dL).

In den Subgruppen ohne Asthma und mit intermittierendem Asthma waren Carotisplaques etwa gleich häufig (50,5 % ohne Asthma bzw. 49,5 % bei intermittierendem Asthma), bei persistierendem Asthma waren es jedoch 67 % (p ≤ 0,003). Diejenigen mit anhaltendem Asthma hatten im Durchschnitt zwei Carotisplaques, die mit intermittierendem Asthma und ohne Asthma etwa einen. Personen mit Dauerasthma wiesen zudem signifikant höhere Serumspiegel von Interleukin-6 und CRP auf.

Fazit für die Praxis

Die Prävalenz von Asthma nimmt weiter zu und Herz-Kreislauf-Erkrankungen stellen in den USA die häufigste Todesursache dar (und auch in Deutschland, mit 34 % in 2020).3
„Die Kontrolle kardiovaskulärer Risikofaktoren durch Ausrichtung der Lebensweise und des Gesundheitsverhaltens kann ein einflussreiches Präventionsmittel für Patienten mit schwereren Formen von Asthma sein“, schließt Tattersall.1
 

Quellen:
  1. Nealen, A. Stroke and asthma: Does it increase risk of stroke? | SR Times. https://srtimes.co.uk/stroke-and-asthma-does-it-increase-risk-of-stroke/ (2022).
  2. Tattersall, M. C. et al. Persistent Asthma Is Associated With Carotid Plaque in MESA. Journal of the American Heart Association 11, e026644 (2022).
  3. Todesursachen 2020. Statistisches Bundesamt https://www.destatis.de/DE/Themen/Gesellschaft-Umwelt/Gesundheit/Todesursachen/_inhalt.html.

    letzter Zugriff auf Websites: 14.12.22