DGIM Kongress 2026 Wiesbaden: Highlights & Termine Logo of esanum https://www.esanum.de

Ihr Wegweiser durch den DGIM-Kongress 2026

Vom 18. bis 21. April 2026 findet im RheinMain CongressCenter in Wiesbaden erneut der größte deutsche Internistenkongress statt. Wir haben das Programm gesichtet und die wichtigsten Highlights für Ihren Kongressbesuch zusammengestellt.

Im Zentrum des Diskurses: Adipositas und Präzisionsmedizin

Die großen Plenarsitzungen bilden traditionell das wissenschaftliche Herzstück und setzen die thematischen Schwerpunkte, die über das aktuelle Kongressjahr hinausreichen.

  • Obesity – Insights, Unknowns and the Future (Sonntag, 19. April, 13:00 – 14:30 Uhr): Unter dem Vorsitz von Dagmar Führer-Sakel und Andreas Neubauer widmet sich das zentrale Plenum der DGIM 2026 der Volkskrankheit Adipositas. Angesichts der rasanten Entwicklungen bei Inkretin-Mimetika und neuen chirurgischen Ansätzen beleuchtet diese Sitzung die Zukunft der Therapie und die wissenschaftlichen Lücken, die es noch zu schließen gilt.
  • Stoffwechselgeflüster: Wie GIP/GLP-1 Agonisten die Therapie auf den Kopf stellen (Samstag, 18. April, 12:45 – 13:45 Uhr): Unter der Leitung von Katharina Timper und Merima Ragibovic beleuchtet dieses Symposium den Wandel bei Adipositas und Typ-2-Diabetes. Im Fokus stehen die Entstigmatisierung durch moderne Leitlinien sowie der therapeutische Mehrwert einer frühzeitigen, kombinierten Inkretin-Mimetika-Therapie in der klinischen Praxis.
  • Exzellenzcluster – Medizin der Zukunft (Sonntag, 19. April, 14:45 – 16:30 Uhr): Hier erhalten Sie einen Einblick in die universitäre Spitzenforschung Deutschlands. Renommierte Experten wie Ulf Müller-Ladner präsentieren Ansätze, die heute in den Clustern erforscht werden und morgen den Standard in der Patientenversorgung definieren könnten.

Therapie-Updates im Fokus

Der Transfer von der Forschung in den klinischen Alltag ist ein Kernanliegen der DGIM. Besonders die interdisziplinären Symposien versprechen hier einen hohen Mehrwert.

  • Bakteriophagen in der modernen Medizin (Sonntag, 19. April, 14:45 – 16:00 Uhr): Angesichts steigender Resistenzen rücken Phagen als Therapieoption in den Fokus. Die Sitzung diskutiert die aktuellen Leitlinien und den praktischen Einsatz sowohl im stationären als auch im ambulanten Sektor – moderiert von Experten wie Sebastian Würstle und Martin Witzenrath.
  • Amyloidose – Update 2026 (Dienstag, 21. April, 08:00 – 08:45 Uhr): Unter dem Vorsitz von Stefan Schwarting und Marianna Papathanasiou präsentiert die Deutsche Gesellschaft für Amyloid-Krankheiten (DGAK) den aktuellen Stand zu systemischen Amyloidosen. Die Sitzung fokussiert sich auf entscheidende Fortschritte in der Diagnostik und zeigt neue therapeutische Wege bei der AA- und AL-Amyloidose auf, um die Prognose betroffener Patienten nachhaltig zu verbessern.
  • Hot Topics Innere Medizin (Montag, 20. April, 16:30 – 17:45 Uhr): Unter dem Vorsitz von Peter Böttger und Michael Buerke beleuchtet dieses BDI-Symposium hochaktuelle Brennpunkte des Fachgebiets. Das Spektrum reicht von der Re-Emergenz der Tuberkulose im Kontext von Migration über kardiologische Updates bis hin zu den praktischen Chancen von Digital Health im klinischen Alltag.
  • Klimawandel und neue Infektionskrankheiten (Samstag, 18. April, 10:45 – 12:00 Uhr): Diese Sitzung der Südwestdeutschen Gesellschaft für Innere Medizin schlägt die Brücke zwischen ökologischen Veränderungen und dem klinischen Alltag. Mark Dominik Alscher und Martin Kimmel moderieren eine Expertenrunde, die das Hantavirus neu bewertet und Praktikern essenzielles Wissen zu neu auftretenden Erregern sowie ein Update zur Differenzialdiagnose der Pneumonie an die Hand gibt.
  • Moderne Ansätze in der Adipositastherapie (Sonntag, 19. April, 08:00 – 09:15 Uhr): Diese Sitzung schlägt die Brücke zwischen Psychologie, Pharmakologie und Chirurgie. Ein Muss für alle, die eine ganzheitliche Behandlungsstrategie für ihre Patienten suchen.

DGIM Futur: Die digitale Transformation gestalten

Wie künstliche Intelligenz und digitale Tools den ärztlichen Alltag verändern, wird im Forum „DGIM Futur“ kritisch und praxisnah debattiert.

  • Vertrauenswürdige KI in der Patientenbehandlung (Sonntag, 19. April, 08:00 – 08:45 Uhr): Diese Session geht der Frage nach, wie Algorithmen sicher in den klinischen Entscheidungsprozess integriert werden können, ohne die ärztliche Souveränität zu gefährden.
  • KI im ärztlichen Alltag – Überblick und Fallbeispiele (Montag, 20. April, 08:00 – 08:45 Uhr): In diesem kompakten Symposium der DGIM-Kommission zeigen Experten um Martin Hirsch und Ivan Grgic, was heute in der Versorgung bereits Realität ist. Von der sicheren Nutzung von Large Language Models (LLMs) über den Einsatz generativer „Co-Piloten“ bis hin zur Mensch-Maschine-Interaktion in der Endoskopie erhalten Teilnehmer eine fundierte Bestandsaufnahme für Klinik und Praxis.
  • Use it or Lose it – De-Skilling durch KI? (Sonntag, 19. April, 15:00 – 16:00 Uhr): In einer spannenden Panel-Diskussion werden die Risiken einer zu starken Abhängigkeit von KI-Assistenzsystemen und die Implikationen für die Ausbildung künftiger Mediziner-Generationen beleuchtet.

Kompaktes Wissen für den Klinikalltag: Refresher und Fallstudien

Für ein schnelles Wissens-Update zwischendurch bieten die Refresher-Kurse und Falldiskussionen wertvolle Impulse.

  • Abklärung Anämie und Monoklonale Gammopathie (Sonntag, 19. April, 16:15 – 17:00 Uhr): Ein kompakter Refresher unter der Leitung von Andreas Hochhaus und Carsten Müller-Tidow, der die diagnostischen Pfade bei hämatologischen Fragestellungen schärft.
  • Refresher: Update Impfungen (Samstag, 18. April, 08:00 – 08:45 Uhr): Zum Auftakt des Kongresses liefert Thomas Weinke ein kompaktes Experten-Update zur Immunisierung vulnerabler Gruppen. Der Fokus liegt dabei auf maßgeschneiderten Impfstrategien für Senioren sowie immungeschwächte Patienten – sowohl für den häuslichen Alltag als auch zur Vorbereitung auf Auslandsreisen.
  • Hormonsubstitution in der Praxis (Sonntag, 19. April, 09:45 – 11:00 Uhr): Speziell für Generalisten konzipiert, bietet diese Sitzung Sicherheit im Umgang mit Substitutions-Therapien bei häufigen endokrinen Störungen.
  • CED und Reizdarm Refresher (Montag, 20. April, 09:00 – 10:15 Uhr): Dieser praxisnahe Refresher unter dem Vorsitz von Heike Rohlfing und Vera Gall beleuchtet chronisch-entzündliche Darmerkrankungen aus verschiedenen Perspektiven. Markus Sandmann und Christian Jochum diskutieren die Besonderheiten der Versorgung im niedergelassenen und stationären Bereich, während Christian Hackenberg ein Update zu modernen Wirkstoffen und deren Einzug in den klinischen Alltag gibt.

Die Junge DGIM

Der Kongress ist auch eine Plattform für den Generationendialog. In Sitzungen wie „Zukünftige Arbeitszeitmodelle“ (So., 16:15 Uhr) wird diskutiert, wie die Innere Medizin als Fachgebiet attraktiv bleibt und welche Ansprüche die junge Generation an die Arbeitswelt von morgen stellt.

Endokrinologie fürs erste Arbeitsjahr (Montag, 20. April, 10:45 – 12:00 Uhr), speziell für den Nachwuchs konzipiert, vermittelt dieses Forum der Jungen DGIM unter der Moderation von Lilli Levien und Arvid Martini essenzielles Rüstzeug für den Stationsalltag. Die Referenten geben praxisnahe Leitfäden zur Hypercalcämie und Hyponatriämie an die Hand und schärfen den Blick für typische Fallstricke in der Schilddrüsenfunktionsdiagnostik.

Fazit

Ob Adipositas-Management, KI-Integration oder praxisnahe Refresher – das Programm des DGIM-Kongresses 2026 deckt die gesamte Breite des Fachgebiets ab und bietet unverzichtbare Impulse für die tägliche Arbeit. Der Kongress ist bei der Landesärztekammer Hessen zertifiziert. Je nach Besuchsumfang können Sie bis zu 21 CME-Punkte sammeln. 

Dieser Vorbericht stellt nur eine kleine Auswahl des Programms dar. Wir empfehlen Ihnen, das eigene Programm vorab sorgfältig auszuwählen. Mehr zum Kongress finden Sie hier.

Quelle:
  1. https://kongress.dgim.de/